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Weshalb nachhaltige Jobs so wichtig sind


#1

Vieles wird Menschen / BürgerInnen schlichtweg an Informationen vorenthalten bzw. es geschieht wohl des Geldes Willen viel zu wenig Aufklärung.

Umweltgifte, Gift im Essen, Plastikverpackungen / Mikroplastik im Essen… Mögliche Folgen sollen sein Krebs, Herzerkrankungen, Allergien, Adipositas…

Die Unfruchtbarkeitsrate steigt bei Männern und bei Frauen. Das mag nicht sehr ernst genommen werden angesichts über sieben Milliarden Menschen. Doch Paare die gerne Kinder hätten, für die ist ihre Unfruchtbarkeit mitunter eine Höllenqual.

Ich denke, wohl nahezu alle Menschen dürften bis zu ihrem Tode möglichst gesund sein wollen und nicht die letzten Jahre oder Jahrzehnte mit Krankheit und schmerzen dahinsiechen müssen. Allein wieviel mögliche Gifte stecken im Wohnen: https://www.scheidung-siegen.de/umweltgifte%20schadstoffe%20wohnung/index.html


https://netzfrauen.org/2017/07/27/53318/#more-53318, https://www.youtube.com/watch?v=nFBbbItpdc8
http://fruchtbarkeit-steigern.com/kinderwunsch-und-unfruchtbarkeit-immer-mehr-paare-betroffen/


#2

Hallo @Inno!

Vielen Dank erst einmal für deine vielen spannenden Beiträge!

Hier hast du zwei enorm wichtige Themen angeschnitten - zum einen Gesundheit und zum anderen den Informationsfluss von der Wissenschaft in die Öffentlichkeit.

Ich persönlich halte die Exposition gegenüber bestimmten potentiellen Schadstoffen (Pflanzenschutzmittel, Mikroplastik etc.), die besonders in westlichen Industrienationen gehäuft auftritt, definitiv für problematisch. Es ist kaum vorstellbar, dass dies keine negativen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus (und natürlich auch auf die Umwelt) hat.

Nichtsdestotrotz wäre ich mit der Herstellung von direkten Kausalitäten - wie z.B. “Mikroplastik verursacht Krebs!” sehr vorsichtig. Die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Allergien oder Adipositas ist ein hochkomplexer, multifaktorieller Prozess, der sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt. Dabei spielen ja nicht nur externe Einflüsse wie die Ernährung ein Rolle, sondern z.B. auch genetische & immunologische Faktoren, Alterungsprozess etc. Auch bzgl. der zunehmenden Unfruchtbarkeit scheint es noch sehr umstritten, worauf genau sich das Phänomen zurückführen lässt. Die undifferenzierte Darstellungweise vieler nicht-wissenschaftlicher Quellen trägt meines Erachtens eher zu einer Art “Scheuklappendenken” bei, wobei zwar einzelne Substanzen plötzlich verpönt bzw. gemieden werden “Ich kauf ab jetzt kein Shampoo mit Silikonen mehr!”, aber am grundsätzlichen Lebensstil und Konsumverhalten nicht gerüttet wird.

Das ändert selbstverständlich nichts an der Tatsache, dass die massenhafte Verwendung von potentiell toxischen, kanzerogenen und umweltschädigenden Substanzen, milde gesagt, regulationsbedürftig ist. Dabei können, wie du es nanntest, “nachhaltige Jobs” einen Beitrag leisten, z.B. als Hersteller von umweltverträglichen, recyclebaren Produkten, in der Forschung, Wissenschschaftsjournalismus, aber natürlich auch ökologische/alternative Landwirtschaft usw. usw., die als Vorbilder auftreten können. Und es gehört meiner Meinung nach noch viel mehr dazu - insbesondere gesetzliche Regelungen durch die Politik. Ein Verbot bestimmter Plastikprodukte etwa sind ein guter Schritt in die richtige Richtung, das haben mehrere Städte (z.B. San Francisco) bereits vorgemacht und auch hierzulande tut sich langsam was.
Aber auch das ist im Grunde nur Symptombekämpfung. Denn eine der Hauptursachen des ganzen Problems ist unser hyperkonsumistische Lebensstil. Die Bewirtschaftung von riesigen Monokulturen verlangt nunmal nach chemischen Pflanzenschutzmitteln, die massenhafte Nachfrage nach Einweg-/Wegwerf-/Billigprodukten verlangt einen möglichst günstigen Rohstoff - Plastik. Ich denke, hier muss erst ein gesamtgesellschaftlicher Wandel geschehen, weg von Materialismus und Konsumismus hin zu einem Lebensstil, der die dahinterstehenden Bedürfnisse auf eine Weise stillen kann, die mit dem Erhalt unserer Gesundheit und natürlicher Ressourcen mehr im Einklang ist.


#3

Hi Charlotte,

multifaktoriell ist eines meiner Lieblingsworte. Und natürlich ist vieles noch unbewiesen. Sicherlich spielen bei Erkrankungen auch die Psyche bzw. Dispositionen eine entscheidende Rolle. Nicht Jede/r bekommt Lungenkrebs, nur weil er / sie raucht. Ebenso ist es mit allem anderen. Doch die Gefahr zu erkranken dürfte sich signifikant erhöhen.

Wenn Plastik Tiere tötet: http://www.n-tv.de/wissen/Wal-ist-vollgestopft-mit-Plastikmuell-article19684437.html, glaube ich einfach nicht, dass es für Menschen weniger gut ausgehen kann: https://utopia.de/oeko-test-duschgel-mikroplastik-und-gesundheitsschaedliche-peg-derivate-62091/. Bei Toxinen bin ich kaum bewandert, dennoch habe ich den Eindruck, dass die Kernaussage, Plastk ist (auch) krebserregend, richtig ist. So oder so, wir haben ein Problem mit dem Plastikmüll. Wenn es gut ankommt, weshalb muss dann sowas die Politik regeln und können BürgerInnen nicht selbständig in die Hand nehmen? http://www.deutschlandfunk.de/energiewende-gesetz-frankreich-will-plastiktueten-teilweise.697.de.html?dram:article_id=358804

Doch Dein Anliegen war es ja, eine neue berufliche Herausforderung zu finden? Hast Du für Dich schon weitere Eckdaten bzw. Puzzleteile Deines Berufswunsches entdecken können?


#4

Hallo @Inno,

Plastikmüll ist eines der größten globalen Umweltprobleme überhaupt, daran besteht kein Zweifel. Die Frage, inwieweit “top down”-Regelungen (sprich Entscheidungen durch die Politik) nötig und/oder überhaupt wünschenswert sind oder ob die Bürger/innen diese Probleme selbst in die Hand nehmen sollen (können?), ist unglaublich schwer zu beantworten. Eine reine Ökodiktatur, wo alle gegen ihren Willen zum Konsum-Verzicht gezwungen werden, wäre auf Grund der mangelnden Akzeptanz sicherlich nicht zielführend. Andererseits ist meiner Meinung auch Aufgabe der Politik, Probleme zu erkennen und Lösungen auch auf gesetzlicher Ebene zu verankern, damit diese auch effektiv umgestzt werden können und eine Verbindlichkeit geschaffen wird. Diese reagiert jedoch oft zu langsam bzw. wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Daher sind natürlich auf wir Bürger/innen gefragt, Handlungsspielräume auszunutzen, Herausforderungen selbst anzupacken (und auch den Dialog mit der Politik zu suchen). Dafür gibt es, gerade im Bereich Plastikvermeidung, ja unzählige bemerkenswerte Beispiele, angefangen vom Teilen einer Nähanleitung für Obst- und Gemüsenetze über Unverpacktläden bis hin zu ganze Weltmeere umfassenden Säuberungsaktionen.

Doch Dein Anliegen war es ja, eine neue berufliche Herausforderung zu finden? Hast Du für Dich schon weitere Eckdaten bzw. Puzzleteile Deines Berufswunsches entdecken können?

Da ich mich momentan noch (bzw. wieder) mitten im Studium befinde, habe ich noch keine konkreten Gründungspläne. Aber reizen würde mich die Selbstständigkeit (zumindest erst einmal als zweites Standbein) definitiv. Ich denke, dass es nach meinem Studium auf eine Ausbildung zur Permakulturdesignerin hinauslaufen wird. Das ist ein Thema, das mich gedanklich schon seit Jahren begleitet und nicht mehr loslässt. Auf einem Wochenend-Workshop ist es aus der Begeisterung dann eine fixe Idee geworden. Aber wie gesagt, erst einmal den Abschluss machen und einen kleinen finanziellen Puffer aufbauen :wink:


#5

Hi Charlotte,

muss sich nicht alles immer wieder neu erfinden bzw. weiterentwickeln? So auch die Permakultur? Das einzig Beständige ist der Wandel. :slight_smile: Eine Aussage die sehr auf mich zutrifft.

Meiner Meinung nach können und sollen BürgerInnen als auch PolitikerInnen bei Missständen wie Plastikmüll anpacken.

Doch natürlich hat die Politik unbedingt auch mitzugestalten, denn nur weniger Plastik zu verwenden oder aus Plastikmüll etwas Neues zu entwickeln, das ist es für mich nicht. Es braucht hier eine radikale Innovation, sodass komplett Plastik aus unserem Leben verschwindet. Ich glaube an das Prinzip von Cradle to Cradle. Und ich möchte es erleben, dass der Müll den andere und ich verursachen, auch zu Lebzeiten sich wieder selbständig abbaut.

Weshalb gibt es hier keine Wettbewerbe? Sogar mir würden Alternativen einfallen bzw. ich bin davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die Ideen haben, wie man alternativ beispielsweise statt in Plastik Joghurt und in Plastik Körperpflegeprodukte in anderen Gefäßen abfüllen kann. Das meiste Speiseeis kommt auch in Plastik daher. Nur Landliebe und teils Langnese bringen ihr Eis in Pappe auf den Markt.

Sicherlich braucht es bei Lebensmitteln und auch anderen Produkten wieder sehr viele Auflagen und alle Entscheidungen ziehen sich wieder Jahre über Jahre hin. Die Frage ist, wieviel Zeit wir noch haben bzw. was das lange Warten für unsere Umwelt, Mensch und Tier ausmacht?

Also, hier müsste die Politik meines Erachtens mal wirklich durchstarten. Das Thema ist sehr groß und ein globales Problem. Da will niemand so recht den Anfang machen. Von daher glaube ich, es geht fast nur von unten nach oben, sprich das Volk hat hier aufzubegehren und Alternativen zu schaffen beginnen und diese dann auch von der Politik einzufordern.


#6

Also ich kaufe Eis meist in der Waffel, ich habe ständig alte Zeitungen zum verpacken rum liegen.
Ich habe allerdings eine Menge mehrfach verwendbarer Plastiktaschen, die ich nicht nur zum Einkaufen, sondern auch für Umzüge etc. nutze. Sollten die irgendwann aus Mais und nicht aus Öl gemacht werden, wäre das ein Fortschritt. Auch die alten Baumwoll- und noch älteren Jutetaschen sind bei mir teilweise noch im Gebrauch. ich sammele Konservengläser und habe dafür mehrere Zwecke. Aufbewahrung von Getreide, Essensresten (Soße o.ä.) oder zum Upcycling als Lampen. Hierzu nutze ich auch Blechdosen, die nach Entleerung in die Spülmaschine kommen und danach “wie neu” glänzen, das gibt schicke Hängelampen. Auch irgendwelche Einwegbehältnisse sind für diesen Zweck geeignet. Es gibt so vieles, das nur deshalb Müll ist, weil es verschmutzt ist. Sobald es sauber ist, wird es zu einem manchmal sogar faszinierenden Gegenstand. Und daraus kann man etwas tolles machen. Außerdem, wenn man solche Sachen sammelt, bemerkt man, wie viele Plastik und Glas, Metall und sonstige “Dinger” sich ansammeln und entwickelt dann eher ein nachhaltiges Bewusstsein.