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Was für Voraussetzungen sollte man idealerweise mitbringen


#1

Ein Hallo an alle.

Seit 2013 arbeite ich als Projektmanagerin im Tourismus in einer Destinationsmanagement Organisation in Kassel. Aus privaten Gründen werden meine Familie und ich unsere Zelte hier abbrechen und im März nach Bayern umsiedeln. Diesen Wechsel möchte ich nutzen um meinen Berufsschwerpunkt auf eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Arbeitsstelle zu verlangern, am liebsten im Bereich Tourismus. Seit letztem Jahr suche ich verzweifelt nach Stellenangebote in diesem Bereich auf diversen grünen aber auch “normalen” Jobportalen. Bisher habe ich zwar sehr interessante Stellenangebote gefunden, zwar nicht im Tourismus, aber zumindestens im nachhaltigen Themenbereich. Allerdings kamen mir meine Qualifikationen immer sehr unzureichend vor, wenn ich die Ausschreibungen durch las. Und ich bin ehrlich gesagt auch etwas überfordert welche Qualifikationen und Fähigkeiten gerade von Unternehmen mit nachhaltigem Bezug gesucht werden.
Kurz zu meinem Hintergrund: ich habe eine Ausbildung als Kauffrau für Tourismus und Freizeit abgeschlossen. Dieser folgte ein internationales Studium des Tourismusmanagements mit einem deutschen und spanischen Bachelor of Arts. Seit März 2013 arbeite ich wie Eingangs erwähnt in einer Destinationsmanagement Organisation, erst als Projektassistentin und seit knapp 1 1/2 Jahren als Projektmanagerin. In meinem Studium habe ich mehrere Fachforen zum Thema nachhaltiger Tourismus besucht ubd absolviere derzeit einen Lehrgang zum Thema nachhaltige Tourismusdestinationen der tourcert Akademie. Außerdem war ich vor ein paar Wochen involviert in die Bewerbung unserer Destination beim Nachhaltigen Tourismuspreis des BfN. Ich bin auf der Suche nach so ziemlich allem was den Einstieg in die nachhaltige Branche ermöglicht: Bewerbungstipps, Zusatzqualifikationen oder auch Fernstudiengänge zur Weiterbildung, potentielle Arbeitgeber für Bewerbungen, generelle Vorschläge mit welchen Fähigkeiten ich meinen Lebenslauf verbessern könnte, etc. Für eure Hilfe und eure Tipps bin ich euch sehr, sehr dankbar.
Viele Grüße, Stephi


#2

Hallo Stephi,

danke, dass du das hier so deutlich ansprichst. Mir geht es ähnlich, dass ich die tatsächlich geforderten Qualifikationen und Arbeitsbedingungen in Stellenausschreibungen schlecht einschätzen kann. Mir fehlen da gerade für den nachhaltigen Arbeitsmarkt auch persönlichere Wege, das mit einander zu klären. Schließlich geht es da oft auch um bessere Arbeitsmodelle, Gemeinwohl und erweiterte Mitspracherechte. Alles scheint sich um persönliche Beziehungen, stimmende Chemie und Synergien zu drehen. Wie sind diese über Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren zu vermitteln oder entwickeln sich dafür noch geeignetere Möglichkeiten?

Lieben Gruß,
Markus


#3

Hallo Stephi,

das Gefühl, den Anforderungen in Stellenausschreibungen nicht zu genügen, kenne ich sehr gut. Allerdings hat mir ein Bewerbungscoach einmal gesagt, dass wenn ein(e) Bewerberin gerade einmal 60 % der aufgezählten Punkte erfüllt, er/sie schon als Top-Kandidatin gilt. Inwieweit dieser Richtwert den Tatsachen entspricht, kann ich leider nicht beurteilen und das variiert auch sicherlich stark von Unternehmen zu Unternehmen, aber fest steht, dass die Erwartungen in den meisten Fällen nicht so hoch sind, wie es die Ausschreibung suggeriert. Wichtig ist, dass du überprüfst, zu welchen Punkten du einen Bezug zu deinem Lebenslauf herstellen kannst du dies in der Bewerbung ganz konkret hervorhebst.

Man merkt, dass der Bereich Tourismus wirklich dein “Steckenpferd” ist und du dich sehr dafür begeisterst! Und deine Qualifikationen klingen sehr überzeugend! Wenn du dich auf einen speziellen Bereich fokussieren möchtest, entsprechende Stellenausschreibungen jedoch schwer zu finden sind, könnte es sich vielleicht für dich lohnen, auf eigene Faust nach interessanten Unternehmen zu suchen und Initiativbewerbungen zu starten? Ganz nach dem Motto, “Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt…” :wink: Hast du das schon einmal versucht?

Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, Markus. Es ist durchaus diskutabel, ob das “klassische” Bewerbungsverfahren die einzig denkbare Methode ist, um kompatible Arbeitgeber und -nehmer zusammenzubringen. Ich denke, von beiden Seiten aus betrachtet hängt es sehr von der (im positiven Sinne) eigenen Selbstdarstellung und der Fähigkeit ab, das, was einen auszeichnet und besonders macht, erfolgreich und authentisch kommunizieren zu können.


#4

Hallo Steffi und Charlotte,

meine Erfahrung zeigt mir immer wieder wie viel über Beziehungen und Bauchgefühl geht. Das ist mit dem klassischen Anzeigenmarkt und Bewerbungsverfahren natürlich kaum zu vermitteln. Ich fand es bislang auch immer angenehmer, sich persönlich ungezwungen kennenzulernen oder wenn Arbeitgeber sich persönlich vorgestellt haben. Daher hatte ich bereits die Idee einer alternativen Jobmesse für Berlin angeregt und warte da gerade noch auf Rückmeldungen. Meine Idee dabei ist - einfach machen und jeder trägt dazu bei was er gerne und freiwillig übrig hat. So stellt der eine die Räume, der zweite seine Firmenkontakte, jeder seine Webseiten, Newsletter und Socialmedia zur Verfügung und e voila eine Messe ohne viel Arbeit. :slight_smile: Vielleicht fallen uns hier ja auch noch weitere Möglichkeiten dazu ein?


#5

Hallo @markus.schombel !

Die Idee einer “grünen” Firmenkontaktmesse finde ich fantastisch! Zufälligerweise habe ich ein wenig Erfahrungen mit der Organisation von Mesen, da ich neben meinem Studium an einem Institut der Uni angestellt bin und dort für eine Firmenkontaktmesse zuständig bin (in dem Falle für den Bereich IT-Sicherheit, auch sehr spannend :slight_smile: )
Die Idee, so etwas mal für den Nachhaltigkeitsbereich zu machen, kam mir vor Kurzem auch :grinning: Ich denke, dass man damit eine “Nische” besetzen könnte, die so noch nicht wirklich abgedeckt ist.
Berlin wäre natürlich ein äußerst guter Standort, da es gut erreichbar ist und dort auch viele Unternehmen ansässig sind, die als Aussteller in Frage kämen.

Gibt es da schon etwas Konkretes??
Eine geeignete Location zu finden wäre auf jeden Fall ein erster wichtiger Schritt… Außerdem wäre es interessant zu wissen, ob potentielle Aussteller, sprich vor allem Sozialunternehmen oder “klassische” Wirtschaftsunternehmen mit CSR-Abteilung, sicherlich auch Stadtverwaltungen, Behörden, Versorgungsbetriebe, Verbände etc. Interesse an einer solchen Messepräsenz hätten.


#6

Hallo @charlotte.clarke,

jetzt kenne ich auch die at Funktion :grinning: Ich hatte letztes Jahr ziemlich alternativ das Baumhaus Berlin angefragt, die Räume zur Verfügung stellen könnten. Dann habe ich mich an die Gemeinwohlökonomie Berlin gewandt, ob sie mitmachen, Kontakte und Firmen aktivieren können, wo nach deren interner Umfrage noch nicht viel Rückmeldung kam. Dann war Jahreswechsel und derzeit habe ich es mit der Gesundheit zu tun. Und dann kommen noch Human Connection, Friedensweg und Pax Terra Musica. :relaxed: Auf die alle und ihre Wirkung freue ich mich schon richtig! :relaxed:

Ich freue mich natürlich auch über dein Interesse. Das Ganze wäre natürlich eine Frage der Größenordnung. Geht man es etwas salopp, alternativ an oder macht man eine richtig professionelle Messe daraus, mit Sponsoren und staatlicher Unterstützung? Es könnte sogar nützlich sein, in verschiedenen Größenordnungen und Rahmenbedingungen sowas zu organisieren, damit sich möglichst viele angesprochen fühlen.

Was denkst du dazu?


#7

Hallo @markus.schombel

die Größenordnung ist definitiv eine wichtige Frage des “Grundkonzeptes”, welches man fahren möchte. Die Messe, die ich organisiere, hat vor 10 Jahren ganz klein (mit noch nicht einmal 20 Ausstellern) angefangen und ist dann immer weiter gewachsen, mittlerweile sind wir bei knapp 60 Ausstellern. Das halte ich generell für ein gutes Konzept - sich erstmal “rantasten” und bei Bedarf die Kapazitäten entsprechend anpassen/erweitern. IT-Sicherheit ist aber auch ein extrem gefragter Bereich momentan, da muss man nicht lange nach interessierten Ausstellern suchen. Das erleichtert die Organisation sehr.

Interesse seitens der Firmen wäre meines Erachtens eine Grundvoraussetzung - wenn momentan nicht ausreichend “Bedarf” nach entsprechenden “grünen” Fachkräften besteht, dass sich ein Messeauftritt für die Unternehmen lohnt, wird das Ganze schwierig. Da müsste erst einmal eine Art “Marktforschung” betrieben werden, um das Interesse einschätzen zu können.
Weißt du zufällig, was genau die angesprochenen Unternehmen zurück gemeldet haben?

Eine Möglichkeit wäre, zwar klein anzufangen, aber sich dennoch Sponsoren etc. zu suchen, dann hat man mehr Spielraum für eine professionelle Gestaltung. So nach dem Motto “klein, aber fein” :slight_smile:

Im September findet in Dortmund eine Messe (Fair Friends) zum Thema “Nachhaltige Lebensstile, Fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung” statt - das ist zwar, so wie ich das verstehe, keine klassische Jobbörse (sondern eher auf B2B ausgerichtet), zeigt aber doch das grundsätzliche Interesse an dem Thema - schließlich bekommen die eine riesige Messehalle voll und werden vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW gefördert.


#8

Das mit Fair Friends klingt schon richtig gut. Ich bin bislang noch nicht weiter gekommen weil ich gesundheitlich etwas ausgebremst bin. Daher hatte ich auch noch keine Firmen direkt kontaktiert sondern auf die Rückmeldung von der Gemeinwohlökonomie Berlin gewartet. Eine Frau aus der Nähe von Berlin hat sich dazu gemeldet und ich hab ihr auch von dir geschrieben. Ich würde mich eben wenn dann genau so langsam rantasten wie du schreibst, rumfragen, Sponsoren oder Crowdfunding suchen, erstmal klein anfangen. Den Auftakt dazu haben mir ja die vielen neuen Portale für nachhaltige Jobs gegeben - be you, Greenjobs, Tandemploy, Social Startups, etc. Meine Idee war - viele Hände schnell ein Ende - einer stellt die Räume, der andere kontaktiert Firmen, der nächste stellt seine Kontakte zur Verfügung oder schaut nach der Finanzierung und einer / eine sitzt eben in der Mitte und koordiniert das alles bis es eine kleine, feine Jobmesse gibt. :slight_smile:


#9

:grin: Das klingt gut! Für den koordinierenden Part stünde ich, wenn das zeitlich mit meinem Studium passt, gerne zur Verfügung.
Ich würde vorschlagen, wir beide halten mal Augen & Ohren offen :sunglasses:. Ich werde mich auf jeden Fall im Mai, wenn die Messe meines Instituts stattfindet, einfach mal bei den Ausstellern umhören. Vielleicht bekomme ich ja brauchbares Feedback.


#10

Das klingt sehr gut :grinning: Genau so machen wir das :blush: is dahin blick ich hier auch wieder besser durch und kenne die Ergebnisse der Aktionen im Mai :innocent:


#11

Hallo @charlotte.clarke,

die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde http://snm-hnee.de/ könnte sich vorstellen, sich an der Jobmesse zu beteiligen. Den Kontakt habe ich über die Facebook Gruppe Projekt WIR - Gemeinschaftsnews aus Berlin und Brandenburg.

Dann hab ich mal angefangen, über einen Namen für die Messe nachzudenken und bin damit in Richtung Natur, Gesundheit, regionale Wurzeln zu Hollerbusch und Birke gekommen. Birke ist sowohl der Frauenname als auch der Baum und dieser steht für Licht und Heilung. Er wird mit der vedischen Göttin Saraswati für Künste und Gelehrsamkeit in Verbindung gebracht. Holunder oder Hollerbusch ist althergebracht Heilung, fast die Medizin für alle Fälle und in seinem Stamm wurden früher Krankheiten eingeschlossen damit er sie wegnimmt.

Lieben Gruß,
Markus


#12

Hallo @markus.schombel

Das ist ja super, dass schon einmal ein potentieller Partner gefunden wurde!! Hat die Hochschule sich konkret geäußert, wie deren Beteiligung aussehen könnte (Stellen von Räumlichkeiten, Sach- oder Geldmittelsponsoring, zur Verfügung stellen von Kommunikationskanälen etc…) ?

Die Messe, an deren Organisation ich beteiligt bin, findet am 19. Mai statt, da werde ich mal eine “Mini-Marktforschung” betreiben und fragen, inwieweit es für die Aussteller interessant wäre, auf einer “Nachhaltigkeits-Messe” auszustellen bzw. ob Personal in dem Bereich gesucht wird.

Die Idee mit der Birke/dem Holunder bzw. die zu Grunde liegende Assoziation finde ich sehr schön. Für die Namensgebung könnte das u.U. etwas uneindeutig sein (ich gehe mal davon aus, dass die meisten Menschen dieses Hintergrundwissen zu den Bäumen nicht haben) - als (grafisches) Logo z.B. jedoch kann ich mir das ganz wunderbar vorstellen!

Ein Aspekt, der mir noch eingefallen ist: Wenn schon eine Messe zum Thema Nachhaltigkeit organisiert wird, würde es durchaus Sinn machen, dass die Planung und Durchführung der Veranstaltung selbst auch sozialen und ökologischen Kriterien gerecht wird :wink: Für nachhaltiges Eventmanagement gibt es seit 2012 sogar eine ISO-Norm! Darunter fallen z.B. effiziente Ressourcennutzung, Abfallminimierung, bewusste Auswahl von Dienstleistern & Zulieferern (z.B. Catering) etc. etc.
Ich denke, die Standards der ISO-Norm könnten da theoretisch ganz gute Anhaltspunkte geben. Der Leitfaden des Bundesumweltministeriums könnte auch hilfreich sein.
Wollte ich nur mal in den Raum werfen :slight_smile:

Vielleicht hat jemand hier im Forum sogar bereits Erfahrungen mit dem Thema nachhaltige Eventorganisation und kann über Erfolge und Herausforderungen berichten?!


#13

Hallo @charlotte.clarke

Ich hatte bislang nur einen kurzen Kontakt auf Facebook, wo Benjamin Nölting den Beitrag gepostet und mir wie folgt geantwortet hat: “Lieber Markus Schombel, vielen Dank für die Anfrage. Das könnte für uns interessant sein. Aber wir haben erstmal keine Jobs anzubieten, sondern eine berufsbegleitende Qualifizierung zum Nachhaltigkeitsmanagement. Falls eine Zusammenarbeit unter den Voraussetzungen dennoch interessant ist, können wir uns gerne dazu austauschen.” Er ist der Studiengangsleiter der HNEE für strategisches Nachhaltigkeitsmanagement. Genau wie du legen sie auch Wert darauf, in allem nachhaltige Standards einzuhalten und könnten uns vielleicht darin auch weiterhelfen?

Die Birke als Baum, Logo, Layout für die Messe fände ich sehr schön.