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Vorstellung: phil


#1

Hallo an alle,

mein Name ist phil und ich habe mir gedacht, dass ich mich auch erstmal vorstellen sollte.

Ich bekomme nachhaltigejobs.de nun auch schon eine ganze Weile, denn ich bin seit über zwei Jahren auf der Suche nach einem Berufseinstieg nach dem Studium. Ich habe einen MA in “Demokratisches Regieren und Zivilgesellschaft”.

Seit dem Ende meines Studiums, habe ich bisher leider nur “freie” Tätigkeiten als Autor für Journale oder Evaluator für eine NGO erhalten. Dabei hätte ich wirklich Lust jetzt mal richtig mit einem Job zu starten, aber mir kommt es so vor, als wenn ich häufig in die B-Kategorie eingeordnet werde und dies aufgrund von dieser ominösen mangelnden Berufserfahrung.

Mein Interessensgebiet ist sehr breit gestreut und so sind es auch meine fast 200 Bewerbungen. Daher auch meine Frage (vielleicht sollte man dies auch als Oberthema wählen): Wie schafft man den Einstieg in die Welt der (nachhaltigen) Jobs?


#2

Hallo Phil,

erst mal danke, dass du davon berichtest, schon so lange auf der Suche zu sein.
Hast du es denn schonmal mit einer Weiterbildung oder Praktika probiert?

In welchen Bereich möchtest du denn?

Liebe Grüße,
Lina


#3

Ich habe eine Weiterbildung mit dem Thema “Quereinstieg in die Wirtschaft” gemacht und auch erfolgreich abgeschlossen. Ein Praktikum kann ich mir leider nicht leisten, weil die Bezahlungen häufig nicht zum Leben reichen.

Ich bin für sehr viele Bereiche sehr offen. Festgelegt bin ich da gar nicht.


#4

Hi Phil,
was ich persönlich sehr wichtig finde ist die Frage bzgl. des nachhaltigen Bereichs umzuformulieren ;-).

Bei welchen Firmen kannst du dir mit deinen Fähigkeiten vorstellen zu arbeiten, die deinen Ideen bzgl. Nachhaltigkeit genügen.

Ich finde das deshalb wichtig, weil es die Rolle “Nachhaltigkeitsmitarbeiter” ja recht selten gibt. Klar die paar Expertenstellen als “Nachhaltigkeitsmanager” ;-).

Daher wäre aus meiner Sicht die Frage wichtig, wie erklärst du einem Unternehmen einer Organisation was du kannst auf eine Art die für das Unternehmen einzuordnen ist. Bist du ein Zahlenmensch und eher Controller, bist du ein guter Kommunikator und kannst daher Workshops moderieren, gibt es Gründe warum du Projekte gut und entspannt durchführen kannst.
Nur mal ins blaue geschossen, vielleicht können internationale Unternehmen dein Wissen bzgl. Demokratie und Zivilgesellschaft beim Handel mit anderen Ländern nutzen?!
Für dich prüfst du natürlich vorher ob du bei dem Unternehmen arbeiten möchtest.

Bzgl. dem Thema Praktikum. Ich sag jetzt mal provokant, wenn du es dir nicht vorstellen kannst, dann bist du nicht verzweifelt genug. Und das meine ich nicht bösartig oder abwertend. Mir geht es eher darum, auch Dinge mal durchzudenken, die du sonst außen vor lässt. Wäre es möglich als freier Autor Geld zu verdienen und halbtags ein Praktikum zu machen? Oder kannst du es dir vorstellen eine Hilftstätigkeit bei einem Unternehmen anzunehmen welches dich interessiert und die Lücke im Gehalt mit freier Tätigkeit aufzustocken? Oft ist es ja wichtig den Fuß in der Tür beim Unternehmen zu haben. Dass das in der Realität nicht so einfach ist, wie ich es hier schreibe ist mir durchaus bewusst. Wie gesagt nur als Ideengeber und nicht abwertend gemeint.

Hast du mal deine Freunde, und vielleicht auch Leute mit denen du nicht explizit befreundet bist befragt, was sie denken, in welchen Dingen du gut bist und wo du hin passen würdest. So als Abgleich zwischen Eigen- und Fremdbild?

Gruß
Tim


#5

Hi Tim, (da man hier im Forum offensichtlich immer eine Anrede nutzt, möchte ich mich bei Lina entschuldigen, es dort nicht getan zu haben)

Aufgrund meines Lebenslaufes wird für die möglichen Arbeitgeber recht schnell ersichtlich, dass ich ein guter Kommunikator bin. Der Grund hierfür ist, dass dort meine langjährige Moderationserfahrung zu finden ist.
Den Schuss ins Blaue finde ich sehr interessant. Das ist ein guter Ansatzpunkt.

Zum Thema Praktikum möchte ich mich eigentlich gar nicht groß äußern. Nur soviel: Ich denke nicht, dass man nach zwei kurzen Posts hier eine Einschätzung dazu abgeben sollte, ob eine Person “nicht verzweifelt genug ist”. Dafür fehlen einem ganz einfach zu viele Informationen, auch wenn man versucht diese Äußerungen mit abschwächenden Formulierungen abzuschwächen. Zur knappen Info: Als jemand aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt ist es nur normal während eines Studiums Schulden aufgebaut zu haben.
Im Übrigen bin ich freier Autor für diverse Journale und arbeite zusätzlich noch als freier Mitarbeiter für eine NGO. Reicht halt aber nicht zum Leben. An dieser Stelle könnte man nun eine spannende Diskussion über die Bezahlung von Praktika, Volontariaten oder der Ausbildung im generellen führen. Die Idee mit der Fuß in der Tür ist auch ein gut gemeinter Ratschlag, nur eben leider (für mich) nicht so einfach umzusetzen. Sollten meine oben gewählten Formulierrung zu hart gewesen sein, dann möchte ich mich schon mal vorab dafür entschuldigen.

Ich habe bereits mit vielen Menschen darüber gesprochen, wo ich reinpassen würde. Eigentlich kam dabei immer das gleiche heraus: Ich passe in sehr viele Bereiche. Gerade das Thema Nachhaltigkeit finde ich sehr spannend. Nur leider kann ich mich nach so einer langen Zeit nicht nur auf ein Thema “beschränken”.

Viele Grüße

phil


#6

Hi Phil,

danke für deine lange Antwort.

Bzgl. meiner Aussage “nicht verzweifelt genug”. Damit möchte ich mir über dich als Person an sich und wie du lebst und handelst auch kein Urteil erlauben, wie du schriebst, wir kennen uns ja garnicht. Es geht mir darum, dass ein Antrieb, warum wir Menschen (und da schließe ich micht nicht aus), in Veränderungen gehen, dann vorliegt, wenn wir einen Veränderungsschmerz fühlen (und das muss kein körperlicher Schmerz sein). Ab diesem Zeitpunkt denken wir auch über Dinge nach, die vorher undenkbar, unrealisierbar oder eben verworfen wurden. Daher meine Aussage dazu. Dass das als Ratschlag von außen einfacher geschrieben ist, als umzusetzen bin ich mir bewusst.

Zu deinem letzten Absatz. Super, dass du in viele Bereich passt und das du dir viele Sachen vorstellst und dass du für “Nachhaltigkeit” an sich brennst, super.
Dein allerletzter Satz bringt mich dann ins Grübeln.

Nur leider kann ich mich nach so einer langen Zeit nicht nur auf ein Thema “beschränken”.

Meine nächste Provokation: Wenn du dich nicht beschränken kannst, dann weiß ein Arbeitgeber, eine Organisation auch nicht wofür Sie dich einsetzen sollen.
Damit meine ich jetzt nicht, dass du deine Vielfalt an Interessen abschaffen sollst. Aber vielleicht kannst du die Interessen kanalsieren? Mit welchen Interessen kann eine Organisation etwas anfangen? Dein Gegenüber (Personaler, Geschäftsführerin, Mitarbeiter) versucht ja in seinem Kopf, wenn er deine Bewerbung liest oder dir im Vorstellungsgespräch gegenüber sitzt, zuzuordnen, welchen Mehrwert du in der Firma generieren kannst (und da meine ich menschlich und fachlich). Ich nenne das jetzt mal eine interne Checkliste und auf dieser Checkliste brauchst du halt ein paar Haken während der Bewerbung.
Dass es dann immer noch Themen gibt, die du nicht in der Hand hast. Z.B. jemand mit mehr relevanter Berufserfahrung kommt daher, oder die geschaffene Stelle bekommt doch kein Budget, das hast du ja nicht in der Hand.

Beste Grüße
Tim