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Partnervermittlung für den Arbeitsmarkt


#1

Nachdem ich Eure Plattform schon seit einiger Zeit beobachte, Euren Beiträgen folge und Euch an meine Klienten (ich bin Coach für Bewerbung & Berufung) empfehle, habe ich mich registriert und möchte gerne auf mein neuestes Projekt (noch ein Startup mit viel Potenzial) hinweisen: Personal Matches.

Wir sehen uns als die Partnervermittlung für den Arbeitsmarkt, denn wir verbinden Persönlichkeiten, Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Beide dürfen bei uns einen Fragebogen ausfüllen. Der für Arbeitnehmer ist bereits online verfügbar (kostenlos). Bewerber können sich damit ihrer einzigartigen Persönlichkeit und ihrer beruflichen Attraktivität bewusst werden. Damit möchten wir Arbeitnehmer auf Augenhöhe passenden Arbeitgebern vorstellen.

Den Fragebogen auszufüllen, lohnt sich, wenn Du offen bist für Neues und mehr als nur Geld verdienen möchtest (davon gehe ich mal aus, wenn Du Dich hier herumtreibst :slight_smile:

Fragebogen für Arbeitnehmer

Übrigens bauen Nina und ich das Startup neben unseren Familien und unseren leidenschaftlich ausgeübten, selbständigen Haupterwerbszweigen auf - in Teilzeit - und das geht :slight_smile:

Herzliche Grüße

Christian


#2

Hallo @bewerbercoach

Das klingt nach einem sehr vielversprechenden Projekt, das mich auf jeden Fall neugierig gemacht hat! :slight_smile:

Ist es möglich, eine grobe Aussage darüber zu treffen, was für Unternehmen Personal Matches zur Bewerbersuche nutzen? Sind es z.B. eher “alternative” Start Ups, Unternehmen mit sozial/ökologischem Schwerpunkt oder sind auch “klassische” (Groß-)Unternehmen, die euer Angebot nutzen? Wie ist die Resonanz seitens der Arbeitgeber - habt ihr das Gefühl, dass auch hier ein Bedarf nach neuen Bewerbungsverfahren besteht?

Aus Neugierde habe ich mal angefangen, euren Arbeitnehmer-Fragebogen auszufüllen (für eine vollständige & gewissenhafte Bearbeitung muss ich mir bald einmal mehr Zeit nehmen) und finde, dass ihr definitiv wichtige Punkte abdeckt, v.a. grundlegende persönliche Wertehaltungen, Bedürfnis nach Gestaltung & Mitbestimmung am Arbeitsplatz und auch mit “Tabuthemen” wie Mehrarbeit und Vereinbarkeit von Freizeit & Beruf offen umgeht.

Zudem habt ihr - so wie ich das verstanden habe - es euch zum Ziel gemacht, eine Alternative zum allseits bekannten und stark standardisierten Bewerbungsverfahren zu schaffen.
Was mich interessieren würde ist, wie genau in deiner Vision die Zukunft des Bewerbungsverfahrens aussehen könnte, wenn die klassische Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf wegfällt? Werden fachliche Aspekte in den Hintergrund rücken und der Fokus stärker auf die Persönlichkeit gelegt?
Und inwieweit werden sich dadurch die Ansprüche an die Personaler/Innen verändern, die den Bewerbungsprozess gestalten?


#3

Ich traue mich einfach einmal, Beobachtungen von mir dazuzuschreiben.
Am Wichtigsten für ein 2. Standbein finde ich die Planbarkeit. Es müssen nämlich sehr viele Faktoren zusammenkommen, um einen Treffer zu erzielen, fast noch mehr als beim 1. Standbein. Daher ist es wohl für die gegenseitige Kommunikation schon recht ausschlaggebend.
Planbarkeit verstehe ich im terminlichen Sinn, aber auch von den verlangten Fähigkeiten her. d.h. ein evtl Zeitplan muss relativ verlässlich sein - oder man setzt auf das Gegenteil, vollkommene zeitliche Flexibilität und damit Abrechnung nach Pensum. Ich weiss, das ist dasjenige, was auf dem Arbeitsmarkt oft herhalten muss für etwas, was wenig attraktiv ist… Daher ist es so ausschlaggebend, dem entgegenzuhalten. Es ermöglicht doch erst, dass viele mitmachen können und ihren Lebensstandard erhöhen. Und der zukunftsfähige Jobmark beruht doch auch darauf, seinen Aufgabenmix selbst zusammenzustellen, auf dem Mitnehmen von Arbeit nach Hause bzw Erledigung am heimischen PC, auf Baukastensystemen. An sich topmodern.
das Erwerben von Fähigkeiten würde ich auf Fortbildungen stattfinden lassen. In meiner hauptberuflichen Tätigkeit müssen alle Neuen eine Schulungswoche absolvieren, und werden so fit gemacht. So kommt man auch zusammen und trifft sich. Die Bewerbungsgespräche fanden bei uns per Skype statt. Nebenher laufen interaktive Schulungen, die am PC per multiple Choice erledigt werden. Die KollegInnen halten auch online Kontakt miteinander, indem wir ein internes Emailsystem haben. Auch unsere Payrolls und Dokumente werden durch fälschungssichere Systeme übermittelt und können daheim ausgedruckt werden. Sehr sinnvoll uns zeitsparend, gerade wenn man weniger Stunden mit seiner Arbeit verbringt, aber nur, wenn mehrere so arbeiten.
Vieles was Frau Clarke angesprochen hat, wird so abgedeckt.


#4

Hallo Charlotte,

vielen Dank für Dein Interesse an unserem Projekt! Darf ich fragen, aus
welcher Perspektive Dich unser Vorhaben interessiert?

Deine Fragen kann ich nur zum Teil beantworten, da wir selbst noch am
Anfang stehen. Aktuell sprechen wir vor allem Bewerber und Arbeitnehmer
an, die nicht nur einen “Job” suchen zum Broterwerb, sondern Ihr
Arbeitsumfeld und Ihre Aufgaben auch zur Selbstverwirklichung nutzen
möchten.

Parallel bauen wir nun einen Fragebogen für Arbeitgeber auf. Wenn dieser
steht, treten wir zunächst an Unternehmen heran, die als Arbeitgeber in
irgendeiner Weise positiv auffallen. Die Unternehmensgröße ist für uns
kein Selektionskriterium. Wir können uns also gut vorstellen, mit
kleineren, regionalen Arbeitgebern zu arbeiten wie auch mit größeren
Unternehmen. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Vorstellungen
versuchen wir bestmöglich einzugehen.

Man könnte sagen: Jeder bekommt das, was er verdient. Arbeitnehmer mit
wenigen Ansprüchen an ihren Arbeitgeber werden von uns mit Unternehmen
gematcht, die diese Ansprüche bedienen. Bei sehr konkreten Vorstellungen
wird es interessant. Dazu brauchen wir eine entsprechend hohe Anzahl an
teilnehmenden Arbeitnehmern und Arbeitgebern für erfolgreiche Matchings.

Als BewerberCoach habe Kontakt zu Personalern und höre mich in der Szene
um. Die Herausforderung: Steigende Anzahl von Bewerbungen mit geringer
Aussagekraft. Es braucht also etwas Besseres. Strukturierte
Bewerbungsverfahren wie die über unternehmenseigene Online-Plattformen
gehen in die Richtung. Was vielen Unternehmen fehlt: eine strukturierte,
nachvollziehbare Erfassung der Persönlichkeit von Bewerbern. Diese wird
Personalern immer wichtiger. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, die
fachlichen Qualifikationen zu vergleichen. Meine Meinung (und die teile
ich mit Studien): Eigenmotivation ist die Basis, auf der alles fachlich
Benötigte aufgesetzt werden kann.

Im BewerberCoaching höre und spüre ich immer wieder, dass es den
Bewerbern besonders schwer fällt, ein authentisches, überzeugendes
Bewerbungsanschreiben zu erstellen. Es fängt an bei der Herausforderung,
sich selbst zu kennen (sich selbst bewusst zu sein). Die Darstellung der
eigenen Person wird dann allzu oft an Formate und Floskeln angelehnt,
die sich im Internet finden lassen. Daher ist meiner Meinung nach beiden
Parteien geholfen, wenn es eine strukturierte Erfassung der
Persönlichkeit gibt - und Personal Matches möchte auf dieser Grundlage
passende Persönlichkeiten zusammenbringen.

Für die meisten Unternehmen ist das noch ferne Zukunftsmusik, doch gibt
es auch einige, die sich neuen Bewerbungsverfahren bedienen. Manche
setzen bereits auf Spiele, die Bewerber per App spielen können und damit
ihre Persönlichkeit zeigen. Auch ein guter Ansatz, wie ich finde.

Wenn Du weitere Fragen hast - gerne :slight_smile: Und wie gesagt, freue ich mich,
von Dir zu erfahren, aus welcher Perspektive Dein Interesse herrührt?

Herzliche Grüße

Christian


#5

Hallo @bewerbercoach

zum einen frage ich in diesem Falle aus der Perspektive einer zukünftigen Arbeitnehmerin heraus - momentan studiere ich, aber in knapp 2 Jahren werde ich vor der Herausforderung stehen, nach einem guten “Match” zu suchen und da könnte euer Angebot für mich persönlich einfach sehr interessant sein :wink: Zwar kommt auch eine Selbstständigkeit in Zukunft für mich in Frage, allerdings habe ich vor diesem Schritt sehr großen Respekt :open_mouth:

Darüber hinaus versuche ich so oft wie möglich eine “Vogelperspektive” einzunehmen und ein ganzheitlicheres Verständnis zu gewinnen. Ich denke, die Arbeitswelt ist zurzeit in einem starken Wandel begriffen, der sowohl in eine positive (Flexibilität, Selbstverwirklichung, Netzwerke statt starre Hierarchien, dienstleistungsorientiert) als auch in eine negative Richtung (Wegfall von Arbeitsplätzen durch zunehmende Automatisierung, Unsicherheit, Existenzängste, Überforderung angesichts der Fülle von möglichen Optionen) driften kann. Es hängt wohl von beiden Seiten (Arbeitnehmern und -gebern) ab, ob dieser Wandel konstruktiv und gemeinwohldienlich gestaltet wird und da können Projekte wie eures sicherlich einen Beitrag leisten, indem sie alternative “Experimentierfelder” eröffnen. Du bist als Coach und Gründer ja quasi genau an der Schnittstelle und daher finde ich deine Perspektive sehr spannend.

Da kann ich nur zustimmen, das Verfassen des Anschreibens finde ich persönlich auch sehr schwierig :scream: - zumindest, wenn es aus der Masse herausstechen soll. Das liegt meiner Meinung jedoch auch an der Angst davor, zu “unkonventionell” zu sein und deshalb “durchs Raster zu fallen” (die Kreativ-Branche mag hier eine Ausnahme bilden). Oftmals kommt noch die (meiner Meinung nach unzutreffende) mentale Haltung hinzu, als Bewerber/In als eine Art “Bittsteller” auftreten und gewisse Schlagworte zwingend liefern zu müssen (ich sage nur “Teamfähigkeit” oder “Flexibilität”) .
Natürlich spielt auch der von dir erwähnte Aspekt der Reflexionsfähigkeit eine große Rolle! Das finde ich an eurem Fragebogen sehr schön - der zwingt einen quasi dazu :grin:

Allerdings stellt sich mir die (zugegeben provokante) Frage, ob der große Anteil an “Ankreuz- und Einstufungsfragen” der komplexen menschlichen Persönlichkeit gerecht wird. Ob ich z.B. gerne im Team arbeite, hängt von so vielen Faktoren ab - den Teammitgliedern, der Aufgabe, meiner Tagesform, der Organisationsstruktur…). Das lässt sich einfach nicht in der Skala “trifft überhaupt nicht zu” bis “trifft vollkommen zu” festnageln. Das ging mir bei sehr vielen Fragen so. Der Versuch einer solchen Standardisierung birgt immer die Gefahr mit sich, dass am Ende nur noch nach “Kategorien” eingestellt wird statt nach Persönlichkeit - genau das, was eigentlich vermieden werden sollte.

Aber natürlich brauchen Personaler/Innen andererseits für die Auswahl irgendeine Form von festgelegten Anhaltspunkten, ansonsten ware der Auswahlprozess ja vom Aufwand her kaum durchführbar. Ich denke, hier kommt es wie so oft im Leben auf die Balance an - grobe Kategorisierung mit Raum für eine persönliche & authentische Darstellung seiner selbst. Da sind die Freitextfelder im Fragebogen auf jeden Fall eine sehr gute Möglichkeit.

Das mit dem Bewerbungsverfahren mittels Spiele-App klingt echt spannend - hast du darüber mehr Informationen (Art des Spiels)? Von Assessment Centern in Form von Segeltörns und Survival-Camps bei großen Unternehmensberatungen habe ich schon einmal etwas gehört, aber das ist mir neu :smiley:


#6

Hallo @Betreuerin

kann es sein, dass dein Beitrag im falschen Thread gelandet ist? Vielleicht war er für das Thema “Vielfalt im Berufsleben durch mehrere Standbeine” gedacht? Falls das zutrifft, können wir deinen Beitrag gerne an den ihm zugedachten Ort verschieben, damit er nicht verloren geht :slight_smile:


#7

Vielen Dank für Deine persönlichen Einblicke!

Persönlichkeit standardisiert zu erfassen ist an sich paradox. Für
Matchings braucht es eine gewisse Kategorisierung. Mit Personal Matches
wollen wir jedoch zunächst keine Algorithmen anwenden, sondern machen
alles in “Handarbeit”. Wir müssen dann mittel- bis langfristig schauen,
dass wir eine hohe Qualität bieten - für beide Seiten - bei
gleichzeitiger Profitabilität. Das wird sich entwickeln. Wir behalten
unsere Mission und Vision dabei stets vor Augen.

Die Spiele-App im Bewerbungsverfahren.ist meines Wissens von Unilever.
Nähere Infos sind vermutlich schwer zu bekommen. Aber google einfach mal
danach.

Christian B. Rahe

Bewerbung & Berufung


www.personal-matches.de

Telefon +49(0)176 63667138


#8

Hallöchen in die Runde,

ich möchte ganz gerne mal meine Perspektive als ziemlich unbedarfter Bewerber beitragen, der mittlerweile seit 10 Jahren auf Hartz IV ist.

Vieles vom herkömmlichen Arbeitsmarkt schreckt mich eher ab wie eben die von Charlotte angedeuteten Tabuthemen. Nach einer Weile verliert sich das Gefühl, was Arbeitgeber überhaupt von einem wollen oder wie Stellenanzeigen zu lesen sind. Das kenne ich nicht nur bei mir als deutlichen Stressfaktor. Dazu gibt es dann sehr unterschiedliche und wechselnde Auffassungen wie eine Bewerbung auszusehen hat. Das reicht von egal wie, Hauptsache beeindruckend kreativ bis nee, bloß nich, nur den einfachen Standard und auch ne dritte Seite interessiert niemanden. Das habe ich von vereinzelten Meldungen von Personalvermittlern und Personalentscheidern. Daraus entwickelt sich dann auch die Frage oder Einstellung zum Anschreiben. Ich hab da stereotype Standards bis zu völlig eigenwilligem “so bin ich” durch, je nachdem wie ich gerade drauf war. Wenn dir jeder was anderes sagt kannste dich ja auch mal frei austoben, oder nicht? :slight_smile:

Viel bessere Erfahrungen habe ich in alternativen Bereichen gemacht und dort wo ich persönlich vorsprechen und einsteigen konnte. Das war oft auch nicht mal mehr ein Vorsprechen sondern man hat sich irgendwie kennengelernt, sich unterhalten, Tee getrunken und nach Bauchgefühl entschieden. Oder es ging einfach über Freundschaften. Da konnte ich auch ganz offen und direkt sagen was ich kann und möchte, ohne vorher eine Stärken-Schwächen-Analyse zu machen. Da blieb man zusammen und hat was gemacht so lang es gepasst hat und hat sich alles Gute gewünscht, wenn es nicht mehr passte. Das kenne ich so aus Jobleben, Alternative und Privatleben gleichermaßen. Natürlich braucht man auch die eine oder andere Qualifikation. Aber dann braucht es für mich freien Fluss und freie Entscheidungen.

Das entscheidendste ist für mich genau wie du, Christian, hier schreibst die Eigenmotivation. Kann ich und will ich das tatsächlich so arbeiten? Wie komme ich an ein klares Bauchgefühl dafür ran, wo bekomme ich eine sichere Einschätzung her? Das herkömmliche Bewerbungsverfahren ist für mich da viel zu distanziert. Man muss eben Anzeigen lesen und sich verkaufen können, dreht und biegt irgendwas auf erfolgreich getrimmt zusammen und hofft das Beste. Ich meine, echte Fragen und echte Antworten sind dafür das Beste. Eine versöhnliche, wohlwollende Atmosphäre. Kein Test “los, machen sie mal - wie reagieren sie unter Stress?”, keine künstliche Autorität und auch keine unnötigen Barrieren gegen Störer. Ich hab glücklicherweise oft erlebt wie sich das weitaus harmonischer regeln lässt.

Ich hab mir den Fragebogen nun selbst noch nicht angeschaut, weiß allerdings von Partnervermittlungen, dass es da dieselben Schwierigkeiten mit den standardisierten Fragen der psychologischen Fragebögen gibt. Nahezu 100% Übereinstimmung muss gar nichts heißen. :grinning:

Ich finde die Idee, Christian, auf jeden Fall gut, vor allem, wenn du da persönlich und aufmerksam rangehst. Alles, was derzeit den Arbeitsmarkt auflockert, persönlicher gestaltet und Bewerbungen vereinfacht, heiße ich mehr als willkommen. Charlotte kennt auch schon meine Idee der alternativen oder nachhaltigen Jobmesse, wo Unternehmen sich persönlich vorstellen und gleich mit potentiellen Bewerbern ins Gespräch kommen können. Vielleicht wäre es dafür auch nochmal interessant, besondere Fragebögen zu erstellen und auf eine mehr einladende und vertrauliche Atmosphäre zu achten - eher informell als formell, gell? :innocent:


#9

Danke für Deinen Beitrag, Markus!

Aus meinen zahlreichen Coachings mit Bewerbern heraus kann ich Deine
Sicht und Deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Die Verantwortung dafür,
wie Bewerbungsverfahren heute noch laufen, sehe ich bei den Arbeitgebern
und auch bei den Bewerbern. Welcher Arbeitgeber behauptet, Bewerber
müssten sich bestmöglich verkaufen, um bei ihnen zu landen?

Das Gegenteil ist meiner Meinung nach der Fall: Unternehmen möchten ihre
zukünftigen Mitarbeiter bestmöglich, ehrlich und authentisch
kennenlernen, um sich für den für sie richtigen Kandidaten zu entscheiden.

Erstes Hindernis: Viele Bewerber kennen sich selbst nicht ausreichend,
um zwischen sich und dem zukünftigen Arbeitgeber eine relevante
Verbindung herzustellen. Sie wissen oft nicht, was sie ausmacht,
charakterisert, von anderen unterscheidet.

Zweites Hindernis: Viele Menschen mögen sich selbst nicht wirklich etwas
Positives abgewinnen - geschweige denn darüber sprechen oder schreiben
und sich dann auch noch von anderen abheben.

Doch genau darum geht es: Sich selbst erkennen bzw. bewusst werden und
dann eine Verbindung zum Arbeitgeber und zur Position aufzeigen.

Nach meiner Erfahrung bewerben sich zudem viele Menschen bei
Unternehmen, die sie gar nicht kennen, manches Mal auch gar nicht
kennenlernen wollen. Sie wollen “einfach nur Geld verdienen”. Dienen
kommt jedoch vor dem Lohn. Worin besteht also Dein Dienst für die Welt,
ein bestimmtes Unternehmen, eine Sache oder bestimmten Menschen (=Kunden)?

Mit standardisierten Erhebungsbögen individuelle Persönlichkeiten
kennenzulernen, ist eine Herausforderung, das sehen wir von Personal
Matches ebenso. Daher haben wir unsere Fragebögen selbst gemacht und
nicht auf Basis psychologischer Tests oder dergleichen.

Des Weiteren bestimmen unsere Kunden, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wo
die Matching-Points sind, also die maßgeblichen Übereinstimmungen von
uns zu finden sind. 100 %ige Übereinstimmung ist weder realistisch, noch
von uns angestrebt. An den wichtigen Punkten muss es eben passen.

Vielleicht einfach mal den Personal Matches Bogen für Arbeitnehmer machen :slight_smile:
Und danach gerne dazu Feedback geben. Denn wir lernen gerne dazu.

Christian B. Rahe

Bewerbung & Berufung


www.personal-matches.de

Telefon +49(0)176 63667138


#10

Hallo
es kommt meine Rückmeldung zu dem Fragebogen von dem hier geworben wird.
Ich habe den ausgefüllt, schon vor einer Weile. Dazu muss man sagen, dass er mit sehr viel Mühe erstellt wurde und überaus ausführlich war.

es hat mich ca. 3 Stunden gedauert, ihn auszufüllen. Dass er so ausführlich ist und so viel Zeit zum Ausfüllen braucht, hätte ich gern im voraus erfahren. Der Fairness halber dem Menschen gegenüber der selber entscheiden könnte, ob ihm das Ausfüllen wert ist. Zumal das Unternehmen am Anfang steht und noch nicht klar ist, ob die entsprechende Vermittlung geleistet werden kann und entsprechende Kontakte da sind. Das sind die Grundsatzfragen, die als Erstes geklärt werden müssen. Da sind Detailfragen wie Wie man sich die Entlohnung der Überstunden vorstellt und extrem ausführliche Persönlichkeitstests Fragen des zweiten und dritten Rangs, manche Fragen werden erst beim Unterschreiben des Arbeitsvertrags ausgehandelt

Ergebnis: gar keins. “Danke für das Ausfüllen” am Ende. Nicht mal eine kurze Bestätigungsmail. Ich glaube “ich bin Herr… und ab sofort Ihre Ansprechperson, Sie erreichen mich unter…” bzw Infos darüber wie es weiter geht, sind das mindeste was jeder Bewerber sich erhoffen darf. Zumal normalerweise Leute angestellt sind, die genau für solche Aufgaben verantwortlich sind. Auch wenn der Test mit viel Hintergrundrecherche gemacht wurde, umso gravierender sind die Mängel beim Umgang mit dem Bewerber

Bitte um Stellungnahme bzw Rückmeldung in Form einer Email!
Olga Kusmina


#11

Hallo @bewerbercoach,

ist schon was dran, dass ich oft auch gegen eigene Überzeugung - ich nenns mal in den Antreiber gekommen bin, mich von meiner besten Seite zu zeigen, die ich gar nicht habe oder zumindestens nicht lange durchhalte. Ich hab lange gebraucht, mir das abzutrainieren. Dazu kommt auch, dass mich viele Bereiche gar nicht so interessieren, dass ich mich dafür voll ins Zeug legen könnte. Üblicherweise richtet sich mein Verhalten da sehr nach meinem Umfeld, vom Gefühl her nach dem Eindruck, den ich von einer Einladung, meinem Gegenüber und der Atmosphäre habe. Mittlerweile bleibe ich darin mehr wie ich immer bin und schätze daraus besser ein ob etwas passt oder nicht.

Ich gehe inzwischen aus gesundheitlichen Gründen in Richtung Frührente und warte mal wie der Ärztliche Dienst das sieht. Egal ob ich bislang 1 oder 8 Stunden pro Tag gearbeitet habe, konnte ich nie die erforderliche Menge schaffen und war je nach Branche wahlweise körperlich, geistig oder emotional überfordert. Und noch lockerer ich selbst dabei bleiben konnte ich bislang einfach nicht. Und die Fachgebiete, in denen ich mich heute noch fit fühle, finde ich nicht auf dem Arbeitsmarkt.

Daher interessieren mich auch die alternativen Bereiche und der Wandel der Arbeitswelt noch am ehesten. Wenn ich heute noch eine Chance für mich sehe, etwas zu schaffen, dann nur, wenn ich völlig aus dieser Idee rausgehe und bei mir selbst bleibe. Ich fühle mich viel freier und beweglicher sobald jeder Druck wegfällt, arbeiten, dienen, ackern, hinterher sein, mich coachen lassen zu müssen um endlich wieder mitmachen zu können. Ich kam sogar soweit, dass es mich angewidert hat, dass ich sobald ich etwas gut konnte oder gerne machte sofort daran denken sollte, wie ich damit Geld verdienen kann.

Wenn der Fragebogen wirklich so lange dauert, so ausführlich und detailliert ist, wie olgaks meint, dann muss ich mir den wenn dann in Ruhe anschauen. Es gibt heute viele sehr gute Entwicklungen, die ich gerne früher noch in Anspruch genommen hätte. Mittlerweile gehe ich immer weiter raus aus allem, um immer besser damit zurecht zu kommen. Das schließt für mich auch das meiste an Workshops, Übungen und Anleitungen aus wie es noch besser geht.


#12

Hallo Christian @bewerbercoach,

wie du siehst mag und befürworte ich den Trend zu aufrichtigen Bewerbungen und wirklich guten Arbeitsverhältnissen. Ich wackel da einfach selbst gegenüber dem Arbeitsmarkt noch rum, ob das wirklich so funktioniert. Das auch zu deiner Frage, welcher Arbeitgeber behauptet, Bewerber müssten sich bestmöglich verkaufen, um bei ihnen zu landen. Ich glaube, da findet gerade bei Arbeitgebern und Berufsberatungen ein Umdenken statt, von dem was ich mal die alte Schule nennen möchte.

Nach dieser alten Schule zeigt man sich von seiner besten Seite, kämpft um seinen Arbeitsplatz, identifiziert sich voll und ganz mit seiner Arbeitstätigkeit und seinem Unternehmen. Man frisiert seinen Lebenslauf auf erfolgreich, hat keine Krankheiten, kein störendes Privatleben und war auch noch nie arbeitslos. Wenn es doch mal kurzfristig nicht ganz so gut lief, hat man selbstverständlich den lieben langen Tag recherchiert, Anzeigen und Arbeitsmarkt studiert, sich fortgebildet und in seinem Berufsfeld ehrenamtlich engagiert.

Ich kenne durchaus tolle Menschen, die damit ganz selbständig und selbstverständlich umgehen und darin auch strunz glücklich und erfolgreich sind. Für viele andere folgt das eher Theorie und Bakschisch aber nicht gesunder Praxis.

Erstes Hindernis: Es müssen sich diejenigen finden, die mit einander dieses Missverhältnis für wirklich passende Arbeitsverhältnisse aufheben wollen. Ich kenne auch heute noch einige, die sich lieber weiter durch die alte Schule mogeln.

Zweites Hindernis: Es ist oft unklar ob und wie das, was man sich positiv abgewinnt, zum neuen Arbeitsmarkt passt. Nicht alles davon ist im herkömmlichen Sinne wirtschaftlich verwertbar, kann aber dennoch ein wichtiger Beitrag zur Gesellschaft sein.

Drittes Hindernis: Geistige und emotionale Arbeit ist schwierig messbar und folgt nicht immer den Gesetzen wirtschaftlicher Verfügbarkeit. Manchen fällt es auch einfach nur schwer, so viel davon zu leisten, dass es sich für den Arbeitsmarkt wirtschaftlich lohnt.

Viertes Hindernis: Zwischen alter und neuer Schule gibt es auch noch den Trend, nur dann freundlich und sozial entgegenkommend zu sein, damit sich dadurch die Produktivität erhöht. Es steht wieder nicht der Mensch sondern nur seine verfügbare Leistung im Mittelpunkt.

Das sind soweit meine Beobachtungen dazu und auch, dass ich persönlich nicht immer Zeit, Geld und Sinn für Coaching und Bewerbungstraining finde auch wenn dieses wie bei dir meine eigenen Bemühungen zum Umdenken durchaus fördern könnte. Ich denke, auch da muss sich jeder selbst kennen und einschätzen, was gerade gut passt und funktioniert und was nicht. :slight_smile:

Lieben Gruß,
Markus