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Interesse an einer Geschäftsidee mitzuwirken?


#1

Hi,

nachdem hier es etwas arg ruhig geworden ist, mir spontan eine Idee in den Sinn kam, möchte ich diese mit Euch teilen. Ich bin überzeugt davon, dass wir in Zukunft nicht nur uns auf Jobs bewerben werden sondern dass wir gemäß unseren Talenten unsere eigenen Jobs er-finden werden.

Eben kam mir eine dieser möglichen Ideen, die es wert sein könnten, realisiert zu werden. Was haltet Ihr davon, und hat wer Interesse sich hier einzubringen?

Die Basisidee ist Dinge nicht nur reparieren sondern auch selbst herstellen zu können. Der Klassiker: viele Frauen haben einen Schuhtick.

Wie wäre es, könnte man Schuhe nach Designvorlagen oder seinen eigenen Wunschvorstellungen selbst herstellen? Hierfür geht man analog zu einem Repair Cafe in ein Design Cafe und kann sich entweder die abgelaufenen Schuhsohlen erneuern (Repair) oder komplett neue Schuhe unter Anleitung von Fachleuten als auch durch MigestalterInnen selbst entwerfen oder / und herstellern.

Vorteil wäre z.B. maßgeschneiderte Schuhe aus den gewünschten Materialien, kreativ, originell und wohl kostengünstiger als im Ladengeschäft zu bekommen.

Hier gibt es sicherlich viel zu bedenken, was das Ganze erfolgreich machen könnte oder den Erfolg auch sabotieren könnte. Beispielsweise gibt es teils neue oder neuwertige Schuhe in Second Hand Läden oder Auktionshäusern für ein paar wenige Euro. Weshalb dann noch stundenlang selbst Schuhe herstellen, die unter Umständen gar mehr kosten? Da stellt sich die Frage, wer ist die Zielgruppe?

Interessant könnte ich mir das auch für Menschen mit Problemfüßen vorstellen, z.B. Menschen mit Wassereinlagerungen oder Menschen die Schuhe in Unter- oder Übergrößen benötigen.

Meine Fragen: würdest Du in ein (nennen wir es einfach erstmal so) Design Cafe gehen um zu lernen wie Du selbst Schuhe herstellen kannst und Du dort auch die nötigen Schusterutensilien bekommst. Material kann mitgebracht als auch vor Ort gekauft werden. Was wäre es Dir wert zu lernen Schuhe selbst herzustellen? Angenommen Du hast gelernt weitestgehend selbstständig Deine Schuhe zu designen, brauchst nur noch die Gerätschaften dazu. Was wiäre Dir das dann wert? Was würdest Du Dir in solch einem Design Cafe sonst noch wünschen? Was sollte man dort noch herstellen können, z.B. Brillengestelle, Kleidung, Nützliches wie Produkte zur Aufbewahrung (Korb)…

Würdest Du selbst solch ein Design Cafe leiten wollen?

Sicherlich stellt sich auch die Frage der Finanzierung. Und wenn das Konzept stimmt, dann sehe ich mit Crowdfunding auch kein Problem, es finanziert zu bekommen. Die Frage ist wie das Ganze aufzuziehen? Spendenbasiert und immer abhängig von Sponsoren bzw. Bezuschussung von Gemeinden und Städten sein? Oder geht es auch gewinnorientiert?

Beispielsweise werden zur Ressourcenschonung Recycling und Updycling immer wichtiger. Denkbar wäre z.B. auch das Sammeln von Dingen wie Schuhen. Die weggeworfenen Schuhe oder die alten mitgebrachten Schuhe können dann aufgearbeitet oder zu Retro-Schuhen umgearbeitet werden.

Hättest Du Interesse weitere Ideen für ein rundes Konzept beizutragen? Mir selbst fallen spontan noch viele weitere Ideen ein, deren Voraussetzung ist, die richtigen passgenau zusammen zu finden. Doch vorab erstmal die Frage, ob die Geschäftsidee grundsätzlich auf Interesse bei Euch stößt?

Als Kreative habe ich Lizenz zum Chaotischsein. :slight_smile: Es ist ein erster spontaner Gedanke und kam wohl so wirr wie es sich gerade im Kopf bei mir abspielt. Ich hoffe, Ihr konntet mich dennoch einigermaßen verstehen?

Salve,
Inno


#2

Stimmt, es muss wohl ruhig geworden sein hier, wenn ich als eher zufälliger Besucher der erste Kommentator bin. Deine Idee ist bestechend und gefällt mir außerordentlich, hat aber den Mangel, dass selbst viele Fachleute heute zu Komponententauschern verkommen sind. Jemand der dein Radio nimmt und nach wenigen Minuten weiß was kaputt ist, ist heute selten. Auch in Repair-, Recycling- oder Upcyclingkreisen.
ich selbst habe für mich einige Weichen gestellt. So verwerte ich den upcyclebaren Teil meines Hausmülls.
Habe vor, sobald ich ein bezahlbares Stück Land finde, dort einen Permakulturgarten zu schaffen und zu hegen, dazu Pilze zu züchten, alles in der Hauptsache zur Selbstversorgung.
Was ich aus meinem Hausmüll mache? Lampen z.B. aus Einwegpackungen wie Kaffeebechern, Konservendosen, Marmeladegläsern etc. Diese habe ich auch vor zu verkaufen. Klar, irgendwann ist mein Bedarf an Lampen gedeckt. Dann suche ich mir andere Verwendungszwecke für diese Gegenstände und vielleicht brauche ich dann die Schraubgläser für meine Gartenprodukte, die Dosen werden durch Selbstversorgung viel weniger etc. Es braucht nur einen Platz und genügend Zeit so etwas zu betreiben.
ich hatte in den 90 ern ein Bauernhaus gemietet und dort viel Platz, so dass ich eine eigene Nähstube zum Nähen meiner Kleidung einrichten konnte. Da es heute eine weit verbreiteten Sharing Gedanken gibt, muss dies nicht der eigene Raum sein, sondern eben feste Plätze in denen u.a. Repaircafes, Holzbearbeitungstage etc. statt finden. ich könnte ebenfalls noch eine Menge Ideen beisteuern, bin aber zur zeit dabei für eine kleine Gemeinschaft materielle Grundlagen zu schaffen, also den Ort wo so etwas statt finden kann. da die Selbstversorgung mit Lebensgrundlagen ein wesentlicher Bestandteil meines Konzepts ist, wird es wohl eher ein Haus auf dem Land mit ausreichend Grund werden. das “Objekt meiner Begierde” liegt zur Zeit im Westerwald und wird noch auf Eignung geprüft. Ach ja, ich bin nicht alleine damit, sondern habe einen gemeinnützigen Verein als Träger des Ganzen gegründet. Die Idee gärt schon Jahre in mir und ist inzwischen ein feines Stöffchen geworden, das aber mit anderen Ideen, Denkweisen und mehr Leben angereichert werden kann. Infos dazu? Hauptsächlich von mir. es gibt eine allerdings in den letzten Jahren liegen gebliebene Webseite, die zumindest die Grundidee zur Diskussion stellt. Diese Seite sollte ein Projekt sein, das das Know how von Gemeinschaften und Ökodörfern, aber auch von Einzelpersonen sammelt und abrufbar macht. So dass es eine Menge dieser wie auch immer alternativen teilautarken Menschengruppen gibt, in denen Ideen und nachhaltige Lebensweisen erprobt, gemeinsam Leben wieder erlernt, dann mit einem großen Schatz an Konfliktlösungsmöglichkeiten in den Austausch mit anderen Gemeinschaften weltweit geht und so in die umliegenden größeren Gesellschaften überall friedliche und kooperative Lebensstile einsickern. Wie sonst sollte die verrückt gewordene Menschheit wieder erdkompatibel werden? ist das eine Geschäftsidee? Ich sage: Ja, auch.


#3

Auf’s erste Lesen finde ich Deinen Text etwas schwer verständlich. Dies deshalb, weil ich zum flüssigeren Lesen und Versehen auch Absätze benötige.

Machen kann man viel. Und auch Deine Idee ist sicherlich ausbaubar.

Dass man teils auch Glück braucht bzw. nicht alle Experten alle Mängel kennen, das ist klar. Doch bei der Idee ging es ja nur bedingt um Reparieren sondern um Schuhe komplett neu zu machen oder aus kaputten Schuhen neue zusammen zu schustern.

Ein Ansatz hier gerade bei Repair Cafes wäre, dass Leute die kommen wollen im Vorfeld eine Email schicken und das Problem genau beschreiben, optional mit Bild- und Videodatei. Dementsprechend könnten einerseits die passenden Experten eingeladen werden bzw. Experten sich selbst schlau machen, falls sie das Problem noch nicht selbst hatten. Überdies ermöglicht es den Leuten die kommen optional auch Ersatzteile im Vorfeld zu kaufen, deretwegen sie andernfalls sonst nochmal hinkommen müssten um diese dann mit den defekten Teilen austauschen zu lassen.

Je nach Ort gibt es mehr und mehr Repair Cafes. Es kann also sein, dass man in einem Repair Cafe keine passende Hilfe findet, indes in einem anderen schon. Doch bei meiner Idee ging es ja primär um was anderes, um Upcycling bzw. komplette Neuentwicklung von Produkten aus eigener Hand. Beispiel: interessant finde ich z.B. die Radlretterei https://www.startnext.com/radlretterei. Das ließe sich auf viele Gebrauchsprodukte ummünzen. Aus alt macht neu und eventuell muss man aus zwei, drei, vier Rädern gar kein neues Rad machen sondern braucht nur ein Rad zu pimpen. Doch es darf natürlich auch aus komplett neuen Materialien sein.

Nun, ich hatte heute erst meine Idee gepostet. Also, so arg lang ist die Dauer bis zu Deiner Antwort nicht gewesen. Doch insgesamt tut sich hier leider bedauerlicherweise recht wenig.

Bin gespannt, ob sich noch hier Stimmen zu Wort melden, die Interesse haben, mit mir ein Konzept zu entwickeln und die gerne solch ein z.B Design Cafe eröffnen wollen würden?


#4

Sehr inspirierende Ideen habt ihr beide!
Sobald meine derzeitigen Projekte (flake.world / Unverpacktladen) halbwegs laufen, komme ich zu gegebener Zeit auf euch zurück.
Weiß aber jetzt schon, dass ich mindestens die nächsten sechs Monate mit meinen Projekten beschäftigt sein werde, bis ich mich auf neue Projekte einlassen kann.


#5

Hi Enis,

ansich habe ich meiner Meinung nach ein machbares Konzept für multifunktionale, optional intelligente, Platzsparmöbel erstellt. Das würde mich persönlich aktuell noch mehr interessieren, da immer mehr Menschen, immer weniger Wohnraum… Das betrifft nicht nur Menschen mit wenig Geld (Hartz IV, Altersarmut, Studenten…) sondern auch Menschen die bewusst auf Vieles verzichten möchten bzw. Einfachheit schätzen. Wichtig dabei ist mir natürlich Nachhaltigkeit, sprich a, Möbel recyclebar bzw. kompostierbar und auch gesunde Möbel müssen es sein. Und dann hätte ich dann noch ein paar Geschäftsideen. Doch ich bräuchte Leute die hier mit mir das aufbauen wollen und können. :slight_smile:


#6

Hi Inno!

Deine Idee bzgl. des Design Cafés finde ich ganz wunderbar und das ist sicherlich ein Konzept, welches - am richtigen Ort platziert - sicherlich Potential hätte!

Eine Herausforderung, die mir sofort in den Sinn kam, ist der finanzielle, handwerkliche und vor allem zeitliche Aufwand, den die Kundinnen in ihr Produkt stecken müssen. Ich glaube, eine der Hauptursachen des Hyperkonsums ist schlichtweg der Mangel an Zeit, dem die vorherrschenden Arbeitsmodelle zu Grunde liegen. Deswegen wird Kleidung einfach neu gekauft, anstatt sie zu reparieren und lieber Fast Food gegessen, anstatt selbst zu kochen. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, wie zeitaufwändig es ist, eigene Kleidung herzustellen - ich habe vor knapp 3 Jahren mit dem Nähen angefangen. Hinzu kommt, dass es eigentlich kostengünstiger wäre, das Teil neu zu kaufen. Stoffe und Nähzubehör sind wirklich verdammt teuer - das macht man wirklich nur aus ideellen Gründen (und natürlich aus Spaß an dem Hobby).
Dementsprechend wäre es meiner Meinung nach wichtig, dass man den Herstellungsprozess im Design-Café möglichst einfach gestaltet, so dass die Kund
innen schnell Erfolgserlebnisse haben.

Das könnte man z.B. zum Teil mit 3D-Druckern realisieren - einfach am PC ein individuelles Design generieren, den Rohling ausdrucken und dann ggf. nach Wunsch mit weiteren Materialen (im Idealfall recycled) den letzten Schliff geben. Es soll mittlerweile sogar schon 3D-Drucker geben, die altes Material (in der Regel Kunststoff, aber auch mit Textilien möglich) automatisch wieder “einschmelzen”, so dass es für das nächste Produkt wiederverwertet kann.

Auf diesen Zug sind übrigens auch schon große Unternehmen aufgesprungen, z.B. ist Adidas gerade dabei, in Ansbach eine sog. “Speed Factory” aufzubauen, die es ermöglicht, mittels Automatisierung/3D-Druck die Produktion der Turnschuhe zu wirtschaftlichen Konditionen aus Billiglohnländern wieder nach Deutschland zu holen.