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Eure Crowdfunding-Erfahrung ist gefragt!


#1

Hallo Community,

Crowdfunding? Da habt ihr schon einmal etwas von gehört? Oder sogar schon einmal gemacht? Dann freuen wir uns über euer Feedback: Wie habt ihr den Prozess erlebt? Wie habt ihr es geschafft die Crowd aufzubauen? Welche Tipps würdet ihr uns geben? Welche Dankeschöns fallen euch zu unserem Projekt ein?

Mit dem Projekt ORGANIC CASHEW OF COLOMBIA wollen die vier deutsch-kolumbianischen Projektinitiatoren in Kolumbien eine nachhaltig und ökologisch bewirtschaftete Mischplantage mit der Hauptertragsfrucht Cashew aufbauen. Es sollen Perspektiven für die ländliche Bevölkerung geschaffen werden, um zur Befriedung des Landes beizutragen. Nach einem ersten eigens finanzierten Pilotprojekt, wollen sie nun den nächsten Schritt begehen und ein Modellprojekt starten. Im Zuge der dafür konzipierten Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo sollen 180.000 € gesammelt werden, um feste Mitarbeiter anzustellen, eine Infrastruktur und weitere Hektar Mischplantage aufzubauen.


Wir freuen uns über eure Erfahrungen und Tipps.
Viele Grüße
Mareike und Mariola von Colombia Companions


#2

Finde ich ein spannendes Projekt. Könnt ihr den Link zur Indiegogo Kampagne posten? Danke euch


#3

Hallo Tim,
wir freuen uns sehr über dein Interesse an unserem Projekt. Hast du eine konkrete Frage zum Projekt oder der Crowdfunding-Kampagne?
Unsere Kampagne geht erst in zwei Wochen online, du kannst dich aber gerne über den Coming-Soon Link https://www.indiegogo.com/projects/organic-cashew-of-colombia-peace/coming_soon anmelden und auf dem Laufenden bleiben. Außerdem kannst du auf unserer Website http://colombiacompanions.com/agrar-und-forstwirtschaft/das-projekt und dem Facebook-Account https://www.facebook.com/OrganicCashewOfColombia Informationen zu unserem Projekt zu finden.


#4

Hallo Mareike und Mariola,

danke für die weiteren Inputs. Ich habe mir mal eure Homepage in Ruhe angeschaut. Die Idee bezüglich einer Plantage zum Anbau von Cashews finde ich sehr rund und durchdacht. Biologische Landwirtschaft, faire Preise und soziale Hilfe. Beim weiteren Umschauen auf der Homepage bin ich persönlich dann ein wenig kritischer geworden. Die gleiche Firma, die das Cashew Projekt durchführt ist gleichzeitig am Thema Immobilien in Kolumbien dran. Ich lehne mich jetzt ein wenig weit aus dem Fenster, da ich persönlich nicht in Kolumbien gelebt habe, jedoch zeitweise in Mexiko und in Indien. Die Immobilienprojekte scheinen mir für “reiche” Kolumbianer zu sein, die die Gentrifizierung vorrantreiben. In diesem Bereich scheint mir das Unternehmen überhaupt nicht nachhaltig aufgestellt zu sein. Man wirbt mit den Chancen eines deregulierten Marktes (Leute mit Geld profitieren davon, dass Sie auf einem deregulierten Markt nochmehr Geld verdienen können). Hier fehlen mir deutlich die Ansätze zur sozialen Integration und echte Nachhaltigkeit.
Es ist ehrlich und transparent, dass beide Projekte auf der gleichen Homepage gezeigt werden, dass finde ich positiv. Weitere Indikatoren die ich für mich persönlich bei nachhaltigen Projekten immer prüfe. Was passiert mit dem Geld (den Gewinnen), wird das nachhaltige angelegt, reinvestiert? Anzahl der Frauen in der Führungsmannschaft? Wenn ich das richtig sehe besteht die Führungsmannschaft zu 100% aus Männern. Wo sind die Frauen und die Kolumbianer? Vielleicht wäre hier auch eine Art Beirat aus Bauern, Wissenschaftlern spannend, die diesen Eindruck abmildern?!


#5

Achso, letzte Idee. Inwiefern ist ein Impact-Reporting geplant? Siehe Phineo für Input.


#6

Hallo Tim,
danke für deine ausführliche Antwort. Wir freuen uns über dein Interesse. Toll, dass du so viel Zeit darin investiert hast, unser Projekt unter die Lupe zu nehmen!

Danke für das Feedback zum Cashewprojekt! Wir freuen uns, dass du es als rund und durchdacht einschätzt. Das Stichwort Impact Reporting ist für uns an dieser Stelle neu und das werden wir uns noch einmal in Ruhe vornehmen. Vielen Dank für den Tipp! Die Projektinitiatoren und fünf Freunde sind allesamt männlich aus Deutschland und Kolumbien stammend, das ist richtig. Der weibliche Anteil wird im Team gerade erhöht und das Team vor Ort wird zum Großteil aus kolumbianischen Mitarbeitern bestehen.

Dass Colombia Companions ebenfalls Immobilienprojekte in Bogotá planen, ist richtig. Dieser Bereich ist quasi ein zweites Standbein, das jedoch in den Planungen noch nicht soweit fortgeschritten ist, wie das Agrar- und Forstprojekt. Wir denken auch hier darüber nach, welche sozialen und ökologischen Aspekte wir in dieses Projekt integrieren können. U.a. ist eine Überlegung die Immobilien komplett nach wohngesunden, ökologischen, schadstofffreien Standards zu konzipieren. (Habt ihr weitere Ideen?). Deinen ersten Eindruck, dass die Projekte und Immobilien für wohlhabende Kolumbianer konzipiert werden, möchten wir an dieser Stelle nicht bestätigen. Mit dem Projekt wird die stetig wachsende Nachfrage nach Wohnraum bedient und dabei liegt der Fokus nicht ausschließlich auf zahlungskräftigen Mietern.

Hast du / Habt ihr bereits Erfahrungen im Bereich Crowdfunding gemacht? Wie wichtig sind für dich „greifbare“ Perks? Wir werden digitale Dankeschöns, die Nennung auf der Website, das Pflanzen von Cashewbäumen im Namen der Unterstützer sowie eine Kostprobe der ersten Ernte anbieten. Da ein Cashewbaum jedoch erst im dritten Jahr Früchte trägt, können wir die Kostprobe der ersten Ernte erst ab 2020 liefern. Wäre diese Gegenleistung für euch trotzdem reizvoll?

Wir sind gespannt, auf weitere Anregungen und Input von euch. Danke bisher!
Mareike und Mariola


#7

Hallo Mareike und Mariola,

danke für eure ausführliche und ehrlichen Antworten.

  1. zum Crowdfundingprojekt:
  • ja ich finde greifbare Perks relativ wichtig, da es gerade, aus meiner Sicht, bei Menschen die keine großen Summen investieren wollen, wichtig ist relativ schnell etwas in der Hand haben. Ich könnte mir vorstellen, dass man Cashews von einem befreundeten Projekt oder einem Handelspartner anbietet. So in der Art 500g Cashews und drei geppflanzte Bäume. Das kann man dann auch beliebig ausmultipliziern im Sinne, 500g Cashews und die erste Ernte, 500g Cashews und die Ernte von drei Jahren. Dadurch hätte man verschieden teure Perks. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein Perk ein Setzling (Baum oder Pflanze) ist, der in unseren Gefilden wächst und er mit dem Pflanzen eines Cashew-Baum plus Ernte gekoppelt ist. So hätte die/derjenige schnell etwas in der Hand.
    Beim Schreiben fällt mir auf, dass ich für euer Projekt wohl drei Nutzergruppen unterscheiden würde. a) relativ geringer Invest - möchte Perk zeitnah erhalten b) mittlerer Invest - Kombination aus schnellem Perk und Ernte in 3 Jahren c) “echte Investoren” - ist bereit vierstellige und höhere Summen zu investieren - evtl. kein oder geringes Interesse an einem Perk oder maximal als symbolische Gegenleistung, echter Return als Zinsen oder ähnliches.
    Abseits davon könnte ich mir auch Perks, wie Kochbücher, Reisen zu eurer Plantage, Arbeitseinsätze etc. vorstellen

zu 2) dem Thema Immobilien:
Gut zu hören, dass ihr dieses Projekt selbst als noch nicht soweit fortgeschritten bezeichnet.
Das Thema ökologische und schadstofffreie Standards klingt gut und sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden. Hier wäre ich kritisch pessimistisch ob die Wertschätzung in Kolumbien dafür bereits existiert, aber damit starten kann nicht schaden. Die größere Problematik finde ich die sozialen Verwerfungen, die durch den Immobilienbau, ich nenne es jetzt mal im “gehobenen” Bereich entstehen. Meines Wissens klafft die Schere zwischen arm und reich gerade in den lateinamerikanischen Ländern noch deutlich weiter und krasser auseinander als in Deutschland (und selbst hier ist das Thema Miete und Wohneigentum für Alleinerziehende mit nichtakademischen Job und evtl. Kindern kaum zu stemmen). Daher wären überzeugende Wohnprojekte, solche, die das Thema der sozialen Ungleichheit mitdenken. Wie integriert man also diese Gedanken in Immobilienprojekte. Einfach Wohnungen für wirklich arme (Sozialwohnungen) und die Mittelklasse bzw. Neureiche zu kombinieren wird wohl kaum funktionieren, da meines Wissens die Segregation bzgl. Einkommen und Wohnvierteln in Lateinamerika recht groß ist. Überzeugend fände ich Social Business Ansätze, die zum Beispiel bei der Finanzierung solcher Projekte gleich zwei Immobilien finanzieren. Eine “soziale Immobilie” (wahrscheinlich in Favelas oder ähnlich) und eine “Wohnimmobilie”. Dann wäre für mich das Thema zu Ende gedacht.
Für spannende Beispiele empfehle ich das Buch von David Bornstein: “Die Welt verändern - Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen”.

Beste Grüße
Tim


#8

Hallo Tim,

wir können das nur zurückgeben: Danke für deine ausführliche, ehrliche und hilfreiche Antwort!

Wir sehen das mit den Perks ganz ähnlich wie du. Bei den meisten landwirtschaftlichen Projekten ist der Ertrag bis zur ersten Ernte recht lang. Für die “echten Investoren” ist das sicherlich keine Hürde. Für die Nutzergruppe mit eher geringem Invest sind wir deshalb gerade dabei Kooperationspartner zu gewinnen, um kleinere „Goodies“ anbieten zu können und unser Projekt damit auch ein Stück greifbarer zumachen.

Am Immobilienthema bleiben wir weiter dran – danke für deinen Lektüretipp.

Beste Grüße,
Mariola und Mareike