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Berufsaussichten mit einen in­ter­dis­zi­p­li­nären Bachelor


#1

Hallo zusammen,
ich studiere zurzeit Nachhaltige Entwicklung mit der Vertiefung Wirtschaftswissenschaften (B.Sc) (Hochschule Bochum). Dies ist ein interdisziplinärer Studiengang. Wie gut sind die Chancen einen Job mit so einem Bachelor zu bekommen? Ist dies möglich oder sollte ich besser noch einen Master machen und mich mehr spezialisieren?
Würde mich freuen wenn ihr mir helfen könntet:)
Liebe Grüße Kimberly


#2

Hi Kimberly,

ich denke, dies ist schwierig so pauschal zu beantworten. Die Frage ist halt auch, was du später machen willst.

Ich selbst hatte Elektrotechnik (Bachelor-Abschluss, FH) studiert, aber einige meiner Jobs hatten nicht so viel mit meinem Studium zu tun, um ehrlich zu sein. Weitere Qualifikationen wie beispielsweise Nebenjobs, ehrenamtliche Aktivitäten, etc, waren - glaub’ ich - für die Jobs, für die ich mich beworben habe, ausschlaggebender.

Hast du denn schon eine genauere Vorstellung, in welche Richtung es dich beruflich zieht? Z.B. welche Branche? Und auch ob eher Wissenschaft, eher NGO, oder eher in die freie Wirtschaft?

Viele Grüße,

Oliver


#3

Hallo Kimberly!

Da stimme ich Oliver zu - da gibt es wohl leider keine allgemeingültige Antwort.

Prinzipiell tendiere ich aber schon zu dem Eindruck, dass ein Masterabschluss definitiv nicht schadet und deutlich mehr Türen öffnet als ein Bachelor-Abschluss. Ein Master schärft auf Grund der Spezialisierung dein Profil und beweist deine Fähigkeit, auch in einem unfangreicheren Rahmen (Masterarbeit) wissenschaftlich arbeiten zu können. Allerdings führt genau diese Spezialiserung auch dazu, dass du dich auf einen bestimmten Bereich mehr oder weniger festlegen musst, daher sollte die Wahl des Masterstudiengangs wohlüberlegt sein.
Doch ich möchte in keiner Weise ausschließen, dass auch Bachelor-Absolventen gut unterkommen können!

Ich verstehe auf jeden Fall deine Verunsicherung - leider ist es bei den stark interdisziplinär ausgerichteten Studiengängen nicht ganz so einfach vorherzusehen, wohin der Weg führen wird (als Gegenbeispiel sei hier einfach mal Medizin genannt, hier ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass man nach dem Abschluss als Arzt/Ärztin tätig wird :wink: ).
Allein die Suche nach Stellen ist in der Hinsicht herausfordernd, dass ja keine Stellen explizit für “Nachhaltige Entwickler” o.Ä. ausgeschrieben werden (wobei, wer weiß, vielleicht kommt das ja irgendwann :slight_smile: ), man muss seine Nische also erst finden und dann bei der Bewerbung gut begründen, warum man der/die geeignete Kandidat*in ist. Ich persönlich bin jedoch trotz allen Herausforderungen ein Fan dieser interdisziplinären und breit aufgestellten Formate, da dies - jetzt mal ganz provokant formuliert - der weit verbreiteten Fachideotie vorbeugt.

Ganz wichtig finde ich, für sich selbst zu herauszufinden, was ein “guter” Job eigentlich heißt. Sicherheit? Überdurchschnittliche Bezahlung? Aufstiegschancen? Sinnhaftigkeit der Tätigkeit? Oder doch etwas ganz anderes? Nur wenn man die eigenen Bedürfnisse vor Augen hat, kann man auch gezielt auf die Suche nach einem “guten” Job gehen.

Und wie Oliver schon aus eigenner Erfahrung berichten konnte - dies kann auf praktischer Ebene sehr gut durch Praktika und ehrenamtliches Engagement erreicht werden. Dabei hast du die perfekte Gelegenheit, deine Stärken und Fähigkeiten besser kennenzulernen und zu erproben, in welchem Bereich du gerne arbeitest, welche Art von Tätigkeit dir liegt und Spaß macht sowie in welchem Arbeitsumfeld du dich wohl fühlst (z.B. Großkonzern, Start-Up, Mittelstand, NGO etc.).
Auch mich hat ehrenamtliches Engagement sehr bereichert, sowohl was berufliche Kompetenzen angeht als auch (und vor allem!) auf persönlicher Ebene. Ich habe z.B. gelernt, Gruppen zu moderieren und dadurch sicherer aufzutreten. Und ich habe herausgefunden, dass organisieren, Ideen in die Tat umsetzen & realisieren mir sehr großen Spaß bereitet - und das auch definitiv zu eine meiner größten Stärken zählt. Ich hatte bis jetzt in Bewerbungsgesprächen auch immer den Eindruck, dass mein Engagement bzw. die daraus gewonnenen Fähigkeiten gewürdigt wurden und das definitiv als “Pluspunkt” gewertet wurde.

Unterm Stich würde ich sagen, dass eine gewisser Grad von “Spezialisierung” bei der Jobsuche sehr förderlich ist, da dies hilft, dein Fachwissen und deine Fähigkeiten “einzuordnen” und du dich durch diese “Passgenauigkeit” im besten Falle von anderen Bewerbern abhebst. Ob du dies durch einen Masterabschluss, Praktika oder Ehrenamt erreichst, ist ganz von deinen persönlichen Interessen und Zielen abhängig. Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom :sunglasses: